Projekt Gewaltprävention

Zivilcourage – "Nicht jemand – sondern ich muss etwas tun!"

In einer Gemeinschaft, in der sich alle wohl fühlen und sich vertrauen, kommt es automatisch zu weniger Gewalt und Mobbing. Bei dem Gewaltpräventionsprojekt „pack ma’s“ durchleben die Kinder der 7. Klassen an einem Vormittag ein Zivilcourage -Training. Dieses wurde wie jedes Jahr vom Polizisten Max Scheuerer begleitet und von der schuleigenen Jugendsozialarbeiterin Laura Panzer sowie der Lehrerin Andrea Platzer durchgeführt.

Durch Rollenspiele, Diskussionen, Experimente und Fallbeispiele setzen sich die Jungen und Mädchen mit dem Thema auseinander und machen neue Erfahrungen. Zum Beispiel erleben sie in einer Gruppenübung, dass sie ihre eigene Meinung äußern können und diese von allen anderen akzeptiert wird. Beim „Punkte-Spiel“ erfahren die Schüler, wie es sich anfühlt ausgegrenzt zu werden und erkennen, dass die Täter häufig eigentlich schwach sind. Starke Kinder tolerieren die Meinung von ihren Mitschülern und spüren, wenn jemand einbezogen werden möchte.

Gruppendynamische Spiele bringen Bewegung in den Vormittag und bieten Gelegenheit auch die Klassengemeinschaft anders zu erfahren. Praktische Übungen aus dem Selbstverteidigungs-Training machen allen Jungen und Mädchen Spaß.

Lange diskutieren die Schüler mit Hilfe des „Gewaltbarometers“, was „Gewalt“ eigentlich ist. Ist Gewalt nur, wenn sich zwei Personen schlagen oder ist es auch Gewalt, wenn jemand einen anderen anspuckt? Wie muss man es nennen, wenn jemand von anderen ausgelacht wird? Was Gewalt ist – so lernen wir es vom Polizisten Herrn Scheuerer -
entscheidet das Opfer in der jeweiligen Situation. Niemals jedoch darf dies der Täter entscheiden, denn für ihn war es häufig „einfach nur Spaß“.

Kommt jemand in eine Situation, in der er von Gewalt betroffen ist, muss man als Opfer oder Helfer ganz genau wissen, wie man sich verhalten muss. „Licht-Lärm-Leute“ sind Schlüsselbegriffe, die sich alle 7.Klässler schnell einprägen. Außerdem üben wir, wie potentielle Helfer direkt angesprochen werden müssen und Aufträge, wie „Rufen Sie die Polizei an!“ erteilt werden müssen. Ein Opfer ist von der Unterstützung der Helfer abhängig, weshalb wir genau besprechen, wie geholfen werden kann. Die oberste Regel ist dabei allerdings, sich selbst nie in Gefahr zu bringen.

Praktisch eingeübt wird das Verhalten in Gefahrensituationen am Ende eines spannenden Tages mit Frau Platzer.  Im abschließenden „Bus-Spiel“ schlüpfen die Schüler in fremde Rollen und können zeigen, was sie vom richtige Opferverhalten und Helferverhalten behalten haben.

Laura Panzer, Andrea Platzer