„Nicht jemand – sondern ich muss etwas tun!"

In einer Gemeinschaft, in der sich alle wohl fühlen und sich vertrauen, kommt es automatisch zu weniger Gewalt und Mobbing.

Bei dem Gewaltpräventionsprojekt durchleben die Kinder jeder 7. Klassen während eines ganzen Vormittags ein Zivilcourage-Training. Außerdem gab es viel Zeit sich besser kennenzulernen und so manche Probleme in der Klassengemeinschaft gemeinsam zu lösen.

Dieses wurde dieses Jahr von der Jugendsozialarbeiterin Anna Nadolny, dem schuleigenen Schulpsychologen Alexander Lentner und dem Lehrer Vinzenz Lehner und von der Lehrerin Andrea Platzer durchgeführt.

Durch Rollenspiele, Diskussionen, Experimente und Fallbeispiele setzen sich die Jungen und Mädchen mit dem Thema auseinander und machen neue Erfahrungen. Zum Beispiel erleben sie in einer Gruppenübung, dass sie ihre eigene Meinung äußern können und diese von allen anderen akzeptiert wird. Beim „Punkte-Spiel“ erfahren die Schüler, wie es sich anfühlt ausgegrenzt zu werden und erkennen, dass die Täter häufig eigentlich schwach sind. Starke Kinder tolerieren die Meinung von ihren Mitschülern und spüren, wenn jemand einbezogen werden möchte.

Gruppendynamische Spiele bringen Bewegung in den Vormittag und bieten Gelegenheit auch die Klassengemeinschaft anders zu erfahren. Praktische Übungen aus dem Selbstverteidigungs-Training machen allen Jungen und Mädchen Spaß.

Lange diskutieren die Schüler mit Hilfe des „Gewaltbarometers“, was „Gewalt“ eigentlich ist. Ist Gewalt nur, wenn sich zwei Personen schlagen oder ist es auch Gewalt, wenn jemand einen anderen anspuckt? Wie muss man es nennen, wenn jemand von anderen ausgelacht wird? Was Gewalt ist, so erkennen die Jugendlichen selbst, entscheidet das Opfer in der jeweiligen Situation. Niemals jedoch darf dies der Täter entscheiden, denn für ihn war es häufig „einfach nur Spaß“.
Kommt jemand in eine Situation, in der er von Gewalt betroffen ist, muss man als Opfer oder Helfer ganz genau wissen, wie man sich verhalten muss. „Licht-Lärm-Leute“ sind Schlüsselbegriffe, die sich alle 7. Klässler schnell einprägen. Außerdem üben sie, wie potentielle Helfer direkt angesprochen werden müssen und Aufträge, wie „Rufen Sie die Polizei an!“ erteilt werden müssen. Ein Opfer ist von der Unterstützung der Helfer abhängig, weshalb wir genau besprechen, wie geholfen werden kann. Die oberste Regel ist dabei allerdings, sich selbst nie in Gefahr zu bringen.
Am Ende eines spannenden Tages äußern die Schüler/innen in der Feedbackrunde: Mir hat es super gefallen. Ich bin froh, dass die Schule so etwas anbietet. Jetzt weiß ich wie ich helfen kann, wenn jemand in Gefahr ist, ohne mich selbst zu gefährden. Mir ist jetzt klar wie sich ein Mobbingopfer fühlt und was wir als Klasse tun müssen, wenn jemand ausgeschlossen wird.

Andrea Platzer

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