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Margit Wild zu Besuch

an der Max-Ulrich-von-Drechsel-Realschule

 

Anlässlich des Europatags am 9. Mai 2012 besuchte uns die SPD-Landtagsabgeordnete Margit Wild am Montag, den 7. Mai in unserer Schule, um mit den Schülerinnen und Schülern der 10. Klassen über europapolitische, aber auch allgemein politische Themen zu diskutieren. Nach einerkurzenEinleitung von unserem Schulleiter Herrn Erl begann eine 90-minütige Diskussions- und Fragerunde in der Aula. Frau Wild ging auf all unsere Fragen intensiv ein und beantwortete diese sehr ausführlich.

 

Zuerst erläuterte die Landtagsabgeordnete die Schwächen im bayerischen Bildungssystem, wie zum Beispiel den Leistungsdruck in der vierten Klasse oder auch dass die Schulwahl der Kinder abhängig vom Geldbeutel der Eltern sei. Dadurch kam die Idee der Gemeinschaftsschule, wie sie schon zu DDR-Zeiten eingeführt wurde. Jedoch wurde dieses Modell der SPD von FDP und CSU im Parlament abgelehnt. Frau Wild berichtet, dass die SPD die Gemeinschaftsschule nur dort einführen möchte, wo sie gewünscht wird, wie in ländlichen kleinen Schulen, da dort immer mehr Schüler zu städtischen Schulen wechseln. Auf die Frage, welche Schulabschlüsse an dieser Schulart möglich seien, antwortete sie, dass alle gewöhnlichen Abschlüsse zu erreichen sind.

 

Natürlich wollten die Schüler wissen, weshalb Frau Wild eine politische Laufbahn einschlug. Sie erzählte, dass ihr politisches Bewusstsein einsetzte, als sie durch eine Flugblattaktion den Bau eines Kaufhauses in ihrer Heimat Sulzbach-Rosenberg verhindern wollte. Oder auch als sie den Bau der Hochwassermauer in der Altstadt von Regensburg verhindern konnte. So kam es dann auch zu ihrem politischen Werdegang in Regensburg als Stadträtin und SPD-Vorsitzende.

 

Doch am meisten interessierte uns die Geldkrise in Griechenland.Ich kann mir nicht vorstellen ein Land wie Griechenland einfach den Bach runtergehen zu lassen. Dies könnte sich ebenfalls auf unsere Wirtschaft auswirken, falls Griechenland als Kaufkraft für deutsche Exportprodukte wegbricht. Außerdem kann es nicht sein, dass die Rettungspakete nur für die Banken bestimmt sind, meinte Margit Wild.

 

Glauben Sie, dass Griechenland was ändern wird?, fragte ein Schüler. Frau Wild antwortete:Das kann ich nicht sagen, in Griechenland geht es drunter und drüber. Sie müssen den Sparkurs verlassen und das Land wieder aufbauen, ansonsten kann man vielleicht bald die Akropolis für eine Facebook-Party mieten.

 

Auch unser Konrektor, Herr Maul, diskutierte fleißig mit und wollte wissen, ob den Eurokraten bei der Einführung des Euros in Griechenland ein Rechenfehler passiert sei. Darauf entgegnete Regensburgs Stadträtin, dass die Griechen beim Eintritt in die EU getrickst hätten. Sie haben die Ausgaben für Beamte, Infrastruktur, usw. übertrieben, sodass ihre Einnahmen die Ausgaben nicht mehr deckten. Die Griechen haben stark über ihre Verhältnisse gelebt, was dazu geführt hat, dass die Reichen ihr Geld im Ausland anlegten und die Ärmeren doppelt so hart von den Steuern getroffen wurden.Die Griechen sollten sich Deutschland als Vorbild nehmenmeinte die Landtagsabgeordnete.

 

Ebenfalls befürchtet Margit Wild, dass Sarkozys Sparpolitik Auswirkungen auf Europa haben könnte. Die Gefahr geht von den strikten Sparmaßnahmen aus wie etwa Lohnkürzungen. Denn wenn die Leute weniger Geld zur Verfügung haben, kaufen sie weniger, die Umsätze der Geschäfte sinken und somit ist die Wirtschaft gefährdet. Auch Betriebe und Firmen sind auf Sparkurs, sodass zum Beispiel in Spanien jeder zweite Jugendliche keinen Ausbildungsplatz findet. Auch Portugal und Italien folgen Griechenland in den Staatsbankrott. Deshalb hofft Frau Wild auf den Wahlerfolg von Hollande, der versucht die französischen Wähler durch die Stützung von Betrieben, was eine Senkung der Arbeitslosigkeit bewirkt, auf seine Seite zu gewinnen.

 

Anschließend tat sich die Frage auf, wie die SPD-Vorsitzende und Landtagsabgeordnete über die Piraten-Partei denkt. Margit Wild:Ich nehme diese Partei durchaus ernst, jedoch haben diePolitikerdieser Partei keine Erfahrung und sind deshalb ungeeignet für eine Regierung. Doch sie haben viel Potential und Bayern als Piratenland wird bei der nächsten Wahl sicher eine Rolle spielen.

 

Zuletzt interessierte uns noch die Meinung der Stadträtin über die Unruhen in der Ukraine anlässlich der Fußball-EM. Margit Wild meinte nur, Politik soll von Sport getrennt werden und man sollte mit den Politikern verhandeln. Ebenso soll das Thema Timoschenko nicht so übertrieben behandelt werden.

 

Die Schulleitung und die Fachlehrer, aber vor allem wir, die zehnten Klassen der Realschule Regenstauf, bedanken uns herzlich für den Besuch und die Diskussionsrunde mit Margit Wild, von der all unsere Fragen genau beantwortet wurden.

 

Matthias Strobl, 10a