Sie sind hier: Unterricht  Deutsch  Projekte

Märchenerzählung von Frau Eichenseer

Am 14.02.2017 besuchte Frau Eichenseer die 5. Klassen, um Märchen zu erzählen. Sie griff dabei auf ihren schier unerschöpflichen Fundus an Schönwerth-Märchen zurück, die von ihr im Archiv des Regensburger Runtingerhauses entdeckt wurden. Die Schülerinnen und Schüler erfuhren, dass Franz Xaver von Schönwerth (geboren 1810 in Amberg) im Oberpfälzer Raum Sagen und Märchen sammelte und aufschrieb – zeitgleich mit den Gebrüdern Grimm. Gebannt lauschten die Kinder den authentischen Geschichten, die von Frau Eichenseer frei vorgetragen wurden. Sie ließen sich vom „Wundervogel und den beiden Bettelknaben“ oder dem „fliegenden Kästchen“ in den Bann ziehen. „Die goldene Bramasche“, ein unvollendetes Erzählstück, gab Rätsel auf. Frau Eichenseer erklärte, dass ihre Forschungen in unserem Sprachraum bisher noch keine eindeutigen Übersetzung für dieses Wort erbracht hätten, aber dass eine „Bramasche“ dem Sinnzusammenhang nach so etwas wie „Macht“ und „Reichtum“ bedeute. Natürlich wurde die Fantasie der Schüler beflügelt, die selbst ein Ende der Geschichte entwarfen. Mit dem „Plauderer“, einer lustigen Faschingserzählung, beschloss unsere Märchenerzählerin den kurzweiligen Vormittag, nicht ohne uns einzuladen, mit ihrer kundigen Führung den Sinzinger Schönwerth-Märchenpfad zu besuchen.

Barbara Richt-Niklas

Autorenlesung: Dirk Reinhardt mit „Train Kids“

Am 16.02. besuchte der Autor Dirk Reinhardt unsere 9. Klassen, um seinen neuesten Jugendroman „Train Kids“ vorzustellen. Den Anstoß zu diesem Buch gab eine Fotoreportage in der Zeitschrift „Geo“ über die jugendlichen Flüchtlinge, die versuchen, aus den von äußerster Armut geprägten Ländern Mittelamerikas wie El Salvador, Guatemala oder Honduras in die USA zu gelangen. Auf die Frage nach der Entstehung des Buches berichtete Herr Reinhardt von seiner Recherche vor Ort und von seinen zahlreichen Gesprächen mit den jungen Menschen, die die zu erwartenden Gefahren wie das Durchqueren des Dschungels, die Kälte im Hochgebirge, die Trockenheit in der Wüste und auch die Banditen, die den Flüchtenden das letzte Geld aus den Taschen rauben, nicht scheuen, um der Hoffnungslosigkeit und Kriminalität in ihrer Heimat zu entrinnen. Unsere Schülerinnen und Schüler waren sehr betroffen von den Umständen der Flucht. Wie der Verfasser auch mit viele Fotos belegte, ist der Aufenthalt der „Passagiere“ auf den Dächern der Güterzüge, die in endloser Fahrt das Land durchqueren, brandgefährlich. Die von der Sonne aufgeheizten Zugdächer bergen eine erhebliche Verletzungsgefahr, zudem können herabhängende Äste die Jugendlichen verletzen oder sogar herunter fegen. Erstaunt waren die Schülerinnen und Schüler der 9. Jahrgangsstufen auch über die besondere Rolle der mexikanischen Polizei, da sie vor Menschenrechtsverletzungen und Bestechung der Reisenden nicht zurückschrecke. Bei seinen Nachforschungen vor Ort wurde auch Dirk Reinhardt von den Gesetzeshütern behindert und er musste den Verlust seiner Fotoausrüstung und seines Laptops hinnehmen. Dank Internetanbindung konnte er aber sein Material sichern und in Deutschland darauf zurückgreifen. Der Roman „Train Kids“ beruht demnach auf diesen Originaldokumenten und hat gerade in der aktuellen politischen Lage eine herausragende Brisanz.

Barbara Richt-Niklas